Solare Gegenstrategien

Smartphones und andere Gadgets hängen an zwei Nabelschnüren: Internet und Energie. Zweitere muss nicht mehr zwingend das Stromnetz sein. Es gibt mittlerweile eine breite Palette an Solarchargern, mit denen man – zumindest teilweise – selbst und CO2-neutral für die Energieversorgung sorgen kann. Für die Solarnotebooks von SOL  werden große Solarpanele verwendet, die dem Gerät im aufgeklappten Zustand die Anmutung eines Raumschiffs geben. Es gibt aber auch optisch ansprechendere Produkte, etwa die Solartaschen mit dem schönen Namen SunnyBAGs, die vom Team rund um den Grazer Stefan Ponsold entwickelt und vermarket werden. Und dann gibt es noch Changers.com. Das ist nicht nur ein Solarcharger, sondern auch eine Online-Community. Unter anderem können sich die Mitglieder hier messen, wie viel Energie sie schon auf diesem Wege produziert haben und wie viel CO2 damit eingespart wurde. In Summe sind das mit heutigem Tag 794 Kilowattstunden oder 397 Kilogram C02. Das klingt nicht unbedingt nach viel, aber es zeigt, dass auch kleine Maßnahmen in Summe durchaus ihre Wirkung haben. Noch ist die Changers-Community nicht besonders groß  – knapp 2.000 Mitglieder haben sich zumindest einmal registriert. Aber sie könnten mit der Leistung, die sie bereits aus ihren 37,0 x 19,1 cm großen Panelen gewonnen haben – und die sie auch gemeldet haben – einen durchschnittlichen Haushalt zwei Monate komplett mit Strom versorgen.

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Bei Gadgets fällt bewusster Konsum verdammt schwer

Oft genug wird über die Regulierungswut der EU geklagt. Bei den Gadgets und Consumer Electronics lässt sie allerdings aus. Ökologische Produktgestaltung und Energieeffizienz im Betrieb ist in dem hier auch nur schwer regulierbar. In der Ökodesign-Richtlinie wurden Mindeststandards für viele Produktgruppen festgelegt. Vom Haushaltstrockner über die viel diskutierten Glühbirnen bis hin zu Ventilatoren – für alles gibt es exakte Vorgaben. Für Computer – also weitgehend standardisierte Produkte aus dem Consumer Electronics Bereich – hat die EU auch welche definiert. Für die vielen kleinen Zusatzgeräte, Spielkonsolen, Smartphones etc. ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Funktionsweisen und Design sind viel zu unterschiedlich. Der Mangel an Regulierung wäre nicht weiter schlimm, wenn andere Mechanismen greifen würden. Doch auch das Label „Energy Star“ wird nur für einigermaßen vergleichbare Produktgruppen vergeben. Konsumenten, die nicht auf elektronische Spielzeuge verzichten wollen, bekommen kaum Informationen, ob bei der Entwicklung der Produkte auf ökologische Kriterien Wert gelegt wurde. Die Hersteller haben das noch nicht als Marketing-Thema entdeckt. Unsere These: Es gibt einen Markt dafür. Das zeigt der Erfolg von ersten Produkten wie etwa dem FairPhone oder den Computermäusen von Nager-IT.

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twenty.twenty #19: Green IT im Haushalt

In einer Welt, in der alles vernetzt und jederzeit erreichbar ist, verbraucht auch alles ständig Energie. Auf der einen Seite soll die Intelligenz oder „Smartness“, die wir unserer Umwelt einhauchen auch zur Optimierung des Energieverbrauchs beitragen, auf der anderen vergessen wir oft, dass kein Gerät, kein Display, kein Sensor ohne Energie auskommt und dass auch der Standby-Modus den Stromzähler permanent weiterlaufen lässt. Im Großen – etwa bei Rechenzentren – ist Green IT schon lange Thema und auch die Energiefresser im Haushalt – Waschmaschinen, Geschirrspüler und E-Herde – hat das ökologische Bewusstsein längst erreicht. Im Bereich der Consumer Electronics zählt die Leistung noch immer mehr als der dafür nötige Input. In der 19. Ausgabe von twenty.twenty begeben wir uns auf die Suche nach Green IT im Haushalt und nach Strategien für Öko-Nerds.

Die Keynote wird Daniela Schiffer halten. Sie ist COO von Changers.com, einem Berliner Startup, das Solarcharger für Smartphones und andere Gadgets samt eingebauter Community anbietet.

Die Veranstaltung “Green-IT im Haushalt” findet am 29. April 2014 im Impact HUB Vienna statt und beginnt wie gewohnt um 18.30.

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Apps auf Rezept – Ein Nachbericht

Menschen werden immer mehr zu ihren eigenen Gesundheitsmanagern. Als „mündige“ und vor allem aktive Patienten sind sie besser informiert und kümmern sich verstärkt selbst um Gesundheitsvorsorge sowie um Therapien. Eine rasant wachsende Anzahl von Apps und Online-Services begünstigen diese Entwicklung. Vor allem verändern sie auch das Verhältnis zwischen Patienten und Medizinern. Darum ging es bei der 18. Ausgabe der Diskussionsreihe twenty.twenty, zu der A1 und The Gap an Montag eingeladen hatten. In seiner Keynote „Apps auf Rezept“ betonte Kai Sostmann, Leiter der medizinischen Hochschuldidaktik und eLearning für die Charité Universitätsmedizin Berlin die Notwendigkeit eines intensiven Zusammenspiels von traditioneller und Online-Medizin.

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Fredrik Debong, einer der Gründer von mySugr ist selbst das beste Beispiel dafür, was unter einem aktiven Patienten verstanden werden kann. Er ist Diabetiker und hat gemeinsam mit anderen ein Tool entwickelt, das beim Umgang mit der Krankheit unterstützt. Mittlerweile hat mySugr mehr als 90.000 Anwender. Diese und ähnliche Formen der Selbsthilfe brauchen auch neue Strategien im etablierten Gesundheitssystem. „Online-Services sind kein Ersatz für Arztbesuche, sie können aber Diagnose und Therapie unterstützen. Mediziner sollten sich als Berater in diesem Prozess sehen“, so Kai Sostmann.

Qualität kritisch hinterfragen

Dass die mySugr höchsten Qualitätsansprüchen genügen muss, ist für Debong ganz selbstverständlich. Nur so ist es auch möglich, die App in den medizinischen Umgang mit der Krankheit zu integrieren. Andrea Fried, Bundesgeschäftsführerin der ARGE Selbsthilfe Österreich betonte, dass viele der Anwendungen, deren Nutzung durchaus Spaß macht, bei weitem nicht die Qualität aufweisen, die man von medizinischen Tools erwartet und warnte zur Vorsicht. Für sie zeichnet die mündigen Patienten vor allem eines aus: Sie haben den Mut Fragen zu stellen. Und zwar sowohl gegenüber Medizinern als auch gegenüber den Anbietern von Apps.

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Verbesserung der Kommunikation

Für Michael Ogertschnig, Leiter des Fachbereichs Management im Gesundheits- und Pharmawesen am Zentrum für Management im Gesundheitswesen der Donau-Universität Krems stehen nicht die Features diverser Anwendungen im Vordergrund, sondern vor allem eines: Technologische Lösungen können die Kommunikation und Kooperation mit den Ärzten verbessern. Die paternalistische Haltung, die im Gesundheitssystem vielfach noch vorherrscht, ist ein Auslaufmodell. Für Sostmann entsteht medizinischer Fortschritt im 3. Jahrtausend entsteht durch die Interaktion mündiger Patientinnen und Patienten mit Ärztinnen und Ärzten.

Daten nicht um jeden Preis sammeln

Ein Großteil der Diskussion drehte sich um das Thema Datenschutz. Gerade bei Fitness- und Gesundheitsapps werden sehr viele und vor allem heikle Daten gesammelt, bei denen oft nicht klar ist, an wen sie weitergegeben und wie sie verarbeitet werden. Der wissenschaftliche Wert dieses intensiven Datensammelns ist dabei meist eher zweifelhaft.

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Werner Reiter: Arachnoidalzyste

Ich habe den Befund noch immer, der mir damals 2002 einen riesigen Schrecken und zwei schlaflose Nächte bereitet hat. Arachnoidalzyste stand da drauf. Arachnoidalzyste! In meinem Kopf!

Ich hatte damals dauerhafte, rasende Kopfschmerzen, kombiniert mit Schwindelgefühl. Sehr unangenehm. Auf der Suche nach den Ursachen schickte mich mein Hausarzt auch zum „CT des Hirnschädels“. Gemacht habe ich das in einem Ambulatorium. Dort waren die Bilder dann auch abzuholen. Ihnen beigelegt war ein Zettel auf dem stand unter anderem:

„Im Bereich der Inselzisterne links zeigt sich eine rundlich konfigurieren Hypodensität von unser 1 cm DM, möglicherweise einer Arachnoidalzyste entsprechend.“

Und weiter unten in der Ergebnis-Rubrik:

„Verdacht auf kleinste Arachnoidalzyste in der linken Inselzisterne“

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Selftracker – medizinische Nabelschnur oder Überwachungsinstrument?

Medizinische Messgeräte waren lange Zeit wahre Ungetüme. Einerseits teuer und schwierig zu bedienen und andererseits unförmig – nichts, was man die ganze Zeit mit sich herumtragen konnte oder wollte. Blutdruck messen? Manschette anlegen, pumpen, zählen,…   Ältere Menschen konnten so etwas – wenn überhaupt – nur mit Mühe alleine erledigen. Die technischen Entwicklungen bei der Sensorik ermöglichen es, eine ganze Reihe von Funktionen in handliche, leistbare und noch dazu formschöne Gadgets zu packen. Um etwa 100 Euro bekommt man Activity Tracker für sportliche Zwecke, die auch gesundheitliche Daten wie Herzfrequenz, Schlafqualität und ähnliches mehr messen. Das bringt einerseits die Möglichkeit, sensible Werte kranker Menschen laufend zu erfassen und sie an behandelnde Ärzte, Pflegeeinrichtungen oder besorgte Verwandte zu übermitteln. Das stellt ohne Zweifel eine Verbesserung der Situation dar und kann für die Betroffenen ein großes Stück mehr Autonomie und Bewegungsfreiheit bringen. Diese Freiheit hat aber auch eine Kehrseite: Die permanente Kommunikation von Tracking-Devices eignet sich auch perfekt für die Überwachung der Betroffenen.

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Quantified Self – Vermessen und verglichen

qantified_selfDas Messen und Auswerten von persönlichen Daten ist schon seit der Renaissance gang und gäbe. Moderne Trainingstagebücher dienen Menschen dazu, Enwicklungen im Sport- und Coachingbereich nachzuvollziehen und zu optimieren. Diesen Ansatz greift die „Quantified Self“-Bewegung auf, weitet ihn auf andere Lebensbereiche aus und nutzt die Vernetzung zur Interpretation der Ergebnisse und zur Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen. Anwender und Anbieter befinden sich in ständigem Austausch und die erfassten Werte werden durch mehr oder weniger komplexe Algorithmen berechnet. Die einfachste Form sind Rankings. Komplizierter wird es schon bei der Erstellung individueller Trainingspläne. Die Szene diskutiert auch auf vielen Treffen über Hard- und Softwarelösungen, die das Messen von gesundheitlichen und sportlichen Leistungsdaten ermöglichen. Im Kern geht es bei Quantified Self darum, bessere Kontrolle über seinen Körper zu erlangen, sich mit anderen zu vergleichen, oder gesundheitsschädigendes und stressverursachendes Verhalten zu erkennen und zu verbessern. Oftmals gehen die Anbieter der Lösungen und auch die Anwender selbst sehr freizügig mit heiklen Daten um. Natürlich können die Nutzer selbst bestimmen, welche der Apps, Tools und Methoden sie verwenden, aber sie sollten sich dabei bewusst sein, dass Verhaltensbeobachtung, psychologische Tests oder Dienste zur Selbstdiagnose Informationen sammeln, die tiefe Einblicke ins Privatleben zulassen.

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netdoktor.at – Nachschlagewerk und Ratgeber

netdoktorVor dem Gang zum Arzt bietet sich das Internet perfekt zur Recherche an. Netdoktor.at ist dabei mit rund 1,5 Millionen Besuchern pro Monat das mit Abstand meistbesuchteste medizinische Wissensportal Österreichs. In den 15 Jahren des Bestehens sind rund 12.000 medizinische Artikel und 50.000 Datensätze von Ärzten, Apotheken und Spitälern entstanden. Das Portal sieht sich als Mischung aus Enzyklopädie und Medium zum direkten Kontakt zwischen Patienten und Ärzten, die in Online-Sprechstunden auf die Fragen der Nutzer eingehen. Außerdem können sich angemeldete Mitglieder in Foren über unterschiedlichste Themen austauschen. Die Inhalte sind dabei weit gefächert und reichen von Informationen zu Krankheiten, Diagnose- und Thereapiemöglichen bis hin zu Ratgebern über Sexualität, Familie und Fitness. Netdoktor.at versteht sich dabei nicht als Ersatz für den Arztbesuch, sondern bietet die Möglichkeit, sich anonym zu informieren, auch über Themen, die als peinlich empfunden werden.

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i-Health: Wir haben Material und Argumente gesammelt. Fehlt was?

Zur inhaltlichen Vorbereitung der Diskussion “i-Health – Ist bald jeder Mensch sein eigener Gesundheitsmanager?” am 24. Februar 2014 haben wir Material zusammengetragen und einige Punkte formuliert, die wir gerne diskutieren möchten. Das Ergebnis findet ihr hier.

Nun seid ihr dran. Fehlt euch noch was? Gibt es Aspekte, an die wir (noch) nicht gedacht haben? Habt Ihr Fragen, die Ihr an die Diskutierenden am Podium richten wollt? Wenn ja, dann tragt das einfach in dieses Pad ein.

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Zahnputz-App – Im Kampf gegen die Zahnteufelchen

Foto: mindform GmbHMit der Zahnputz-App will man bereits den ganz Kleinen auf spielerische Weise vermitteln, wie wichtig richtiges und regelmäßiges Putzen ihrer Beißer ist. Über die App kann eine kostenlose Wandhalterung bestellt werden, in der das Smartphone während des Zähneputzens angebracht wird. So werden die Bewegungen der Zahnbürste über die Frontkamera erfasst und auf das interaktive Spielgeschehen übertragen. Dabei müssen durch Bürsten möglichst viele bunte Zahnteufelchen besiegt werden, um viele Punkte und vielleicht sogar den Goldpokal zu erreichen. Nach dem 2-minütigen Vergnügen wird angezeigt, ob und wo das nächste Mal besser geputzt werden sollte. War man besonders brav, so wird man mit einem Stern belohnt. Nach zehn Sternen darf man sich Zahnputzchampion nennen, bei Nachlässigkeit werden Sterne abgezogen. Mit der Zahnputz-App dürften allerdings nicht nur Kinder Spaß am alltäglichen Kampf gegen Karies finden.

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