Heimat Internet – eine Nachbetrachtung von Barbara Eppensteiner

In der Welt und in der Online-Realität zu Hause sein und Heimat so neu definieren
Sich damit den Begriff, der immer noch vor allem zur Abgrenzung zum Unerwünschten und zur Definition des Fremden verwendet wird, zurück erobern.
Gelingt es dem Netz durch die Möglichkeit sich mit denen zu verbinden, die ähnliche Interessen haben, so etwas wie Heimaten zu schaffen? Gesamten Artikel lesen

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Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz über die “Heimat Internet”

sebastian_kurz“Das Internet spielt heutzutage eine immer wichtigere Rolle im Leben der Menschen. Gerade junge Menschen nutzen das Internet häufig, um sich zu vernetzen, auszutauschen, neue Freunde zu finden und gemeinsamen Interessen nachzugehen. Das Internet kann auch verstärkt für die Integrationsarbeit genutzt werden. So ist es bereits jetzt möglich, die Grundlagen der deutschen Sprache online zu erlernen (siehe www.sprachportal.at). Dies ersetzt nicht den persönlichen Kontakt, hilft jedoch bei der Vorbereitung zu einer nachhaltigen Integration. Das Internet bietet auch zahlreiche Möglichkeiten, sich über unser Land zu informieren und sich mit Menschen, die hier eine Heimat gefunden haben, zu vernetzen. All dies kann ein nachhaltiger Beitrag zur Integration sein.”

 

 
 
 
 
 
 
 
 

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Online-Kommunikation und Integration

Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil der Integration von Migrantinnen und Migranten in die Gesellschaft des Aufnahmelands, ist Sozial- und Medienwissenschaftler Kathrin Kissau überzeugt. Sie sieht das Internet sieht dabei als große Ressource mit vielfältigen Möglichkeiten. Einerseits ermöglicht es die Kommunikation mit Personen im Heimatland in Echtzeit, die für Migrantinnen und Migranten besonders anfangs bei der Verarbeitung von Migrationserfahrungen helfen kann. Andererseits können Kontakte zu Mitbürgerinnen und Mitbürgern oder Gleichgesinnten online schneller aufgebaut werden als in einem realen Umfeld. Durch die Anonymität und die asynchrone Kommunikationsform in Chats, im E-Mail-Verkehr oder in Foren ist die Hemmschwelle geringer. Dies spielt besonders dann eine Rolle, wenn die Migrantinnen und Migranten sich in der Kommunikation in der Fremdsprache Deutsch noch unsicher fühlen. Neben dem Aufbau von sozialen Kontakten, können Migrantinnen und Migranten so gleichzeitig ihre Sprachkompetenz trainieren. Außerdem bietet das Internet Möglichkeiten zur medialen Kommunikation. Informationen über Ereignisse oder Nachrichten im Wohnort können online abgerufen werden, die „eine gemeinsame Basis für Gespräche und den Austausch mit anderen Bürgerinnen und Bürgern (im Sinne von Anschlusskommunikation)“ schaffen, meint Kissau.

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Michael Anranter: Wohnen bei twitter.com – gleich neben der Startseite!

Heute mal weniger wissenschaftlich. Im Rahmen der Blogparade „twenty.twenty – exploring the future“ soll das Internet als Heimat diskutiert werden. Die Themenstellung ist breit und lässt viele Konnotationen und Verständnisse zu. So lehrt uns etwa Wikipedia, dass Heimat auf eine Beziehung zwischen Mensch und Raum hinweist. Gesamten Artikel lesen

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Kommunikation ohne Grenzen

Durch das Internet ist die gesamte Welt vernetzt. Die grenz- und kulturübergreifende Kommunikation wird immer einfacher und geographische Grenzen verlieren an Bedeutung. Der Netzaktivist Stephan Urbach meint seinem Artikel Transnationalität im Internet: “Online zu gehen ist damit viel mehr als nur den Zugriff auf Katzenbilder und Youtube-Clips zu bekommen, es ist der Schritt weg vom isolierten, ohnmächtigen einzelnen Menschen hin zu einem global vernetzten Akteur der Welt, es ist der Schritt vom passiven Objekt des gesellschaftlichen Handelns hin zum aktiven Subjekt.” Durch die Vernetzung verschwimmen die Grenzen zwischen In- und Ausland und wer online ist, wird zum Weltbürger. Das Internet baut außerdem Vorurteile ab, weil in der Online-Kommunikation äußerlichen Merkmalen, wie Hautfarbe, Geschlecht oder Attraktivität, keine oder zumindest weniger Relevanz zukommt. Die Menschen rücken näher zusammen, denn im Netz ist jeder gleich weit entfernt. Laut Urbach ist das Internet ein Raum der Chancengleichheit, denn dessen zugrunde liegende Technologie denkt nicht in Grenzen, sondern in Konnektivität. “Das Ziel ist, alle Teilnehmer direkt miteinander ohne Diskriminierung einiger oder Bevorteilung anderer kommunizieren zu lassen.”

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Werner Reiter: Heimat Breitband, du wundervolle Assonanz!

Bei der aktuellen twenty.twenty Blogparade geht es um die Frage „Globales Heimatgefühl durch Vernetzung?“. Meine Antwort ist: „Ja!“

heimat Heimat Breitband, du wundervolle Assonanz!

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Gerald Czech: Digital Neigbourhood for Digital Immigrants?

Heimat bist Du grosser Söhne und Töchter“ – so heisst es zwar in unserer Bundeshymne, trotzdem ist der Begriff Heimat für mich eher mit bitterem Geschmack konnotiert. Ich versuche mit diesem Beitrag für die Blogparade „Heimat Internet“ auf twentytwenty.at diese Bitterkeit zu analysieren. Gesamten Artikel lesen

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Empowerment durch mehrsprachige Informationsangebote

Bei der Ankunft im Zuwanderungsland fühlen sich Migrantinnen und Migranten, die die Amtssprache nicht ausreichend beherrschen, häufig hilflos. Wenn die einzigen Informationen über bestimmte Abläufe oder Gegebenheiten von Behörden oder Bekannten stammen, stellt sich oft ein Gefühl der Fremdbestimmtheit ein.
Das Internet bietet umfangreiche Informationen für Migrantinnen und Migranten, die ihnen dabei helfen können, Entscheidungen auf Basis eigener Recherche zu treffen und so ihr Leben aktiv zu gestalten. Dabei kommt mehrsprachigen Informationsangeboten eine besondere Rolle zu. Der Großteil des Online-Angebots von Behörden beschränkt sich auf die Sprachen Deutsch und Englisch, die nicht alle Migrantinnen und Migranten sprechen oder verstehen. Das Angebot der Website des Integrationsfonds ist beispielsweise in fünf verschiedenen Sprachen abrufbar. „Dieses Empowerment macht Migranten zu gleichberechtigteren Mitgliedern der Gesellschaft und führt dabei gleichzeitig zu einer Entlastung der staatlichen und sozialen Beratungsstellen“, so die Sozial- und Medienwissenschaftlerin Kathrin Kissau.

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Medienkompetenzerwerb ermöglichen

Um das Internet als Ressource zur Integration von Migrantinnen und Migranten einsetzen zu können, brauchen diese einerseits die technischen Zugangsmöglichkeiten und andererseits entsprechende Medienkompetenz. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, welche Möglichkeiten das Internet bietet – von den Kontaktmöglichkeiten mit dem Herkunftsland bis hin zu umfangreichen Medienangeboten aus der neuen und der alten Heimat sowie Online-Services zur Erledigung von Behördenwegen. Dem Erwerb von Medienkompetenz von Migrantinnen und Migranten kommt eine maßgebliche Rolle im Integrationsprozess zu. Der Nationale Aktionsplan für Integration setzt den Schwerpunkt beim Spracherwerb. Die Kompetenz, Internet-Services richtig einzusetzen, ist von mindestens so großer Bedeutung für Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

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Das Netz als Verstärker kultureller Strömungen

Mit digitalen Medien entstehen neue Möglichkeiten für Vergemeinschaftung. Menschen mit ähnlichen Lebensstilen und ähnlichen Ansichten finden sich in virtuellen Räumen, um sich auszutauschen und ihre Kultur zu pflegen. In einer bis heute viel beachteten Studie aus dem Jahr 2000 stellten die Kulturanthropologen Daniel Miller und Don Slater fest, dass Menschen mit Wurzeln in Trinidad im Netz eine gänzlich neue gemeinsame Identität konstruieren: „You could only become really Trini by going abroad.“ Das „Trini“-Selbstverständnis hat sich erst über Online-Medien aus Trinidad, über Chats und Instant-Messaging-Dienste ausgebildet. Das Netz wird dazu benutzt, das zu tun, was als „Trini“ gilt: „to lime, banter, talk music, food, drink and sex“. So positiv das klingt, so sehr hat es auch Aspekte, die diskutierenswert sind.  Ein Beispiel dafür sind die intensiven Online-Aktivitäten der Salafiten. Diese konservative Strömung innerhalb des Islam macht zwar nur einen sehr geringen Teil der muslimischen Weltbevölkerung aus, ist aber im Netz überdurchschnittlich stark präsent. Die Salafiten nutzen das Internet sehr geschickt, um ihre politischen Botschaften zu verbreiten. Wer sich also im Netz nach kulturellen Äußerungen von Muslimen umsieht, kann leicht den Eindruck bekommen, dass die Salafiten den Ton in der muslimischen Welt angeben.

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